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Mali- Mülleimer Europas

Ich habe mich am Anfang oft gefragt, wenn die Leute wirklich so arm sind wie alle sagen, warum sie dann immer gut angezogen sind. Selten zerlöchert, unsere Mädchen haben unglaublich viele Klamotten im Schrank, alles top. Dann habe ich gemerkt, dass das eben sehr oft westliche Kleidung ist, aus Europa und den USA. Die Leute tragen T-Shirts mit Aufdrücken wie z.B. „Heineken“, „High School soundso“, „Fußballverein soundso“, „Rauchen ist tödlich, deswegen saufen wir lieber“, etc. Ist ja auch klar, wir geben unsere Sachen fleißig zu Spendenaufrufen, in die Altkleidersammlung und fühlen uns dabei gut. Ich hab mich gefreut, die Sachen kommen ja offensichtlich an, die Leute können sich gut kleiden. Verschenkt werden die Klamotten allerdings nicht. Es gibt die sogenannten „Fripperien“, wo unsere abgelegten Kleidungsstücke unglaublich billig verkauft werden, eine Jeans für ca 1,50€, ein T-Shirt für 30 Cent, etc. So können sich selbst die Ärmsten der Armen gut anziehen. Tolle Sache, wo ist der Haken?! Der Haken ist, dass bei diesen billigen Preisen die malische Industrie nie nie nie niemals mithalten kann. Die hier produzierten Sachen sind natürlich teurer und finden durch die Fripperien keine Käufer mehr. Deshalb gibt es keine wirkliche malische Textilindustrie. Und das war nur ein Beispiel mit Textilien. Es erstreckt sich auf alle Lebensbereiche hier in Mali. Schuhe, Taschen, Accesoires.... Auch die Autos kommen aus Europa. Die ganzen Taxis sind unsere alten Mercedes, die hier noch prima fahren. Die grünen Busse (Sotramas) sind auch von uns, oft sehe ich noch die Aufschrift darauf „Dachdeckerbetrieb soundso“ und ähnliches. Der Reis kommt aus Thailand, in der Küche wird mit Nestlé Milchpulver und Maggi gekocht, Lipton Tee wird getrunken, Mopets aus China und und und. Und es geht nicht nur in Mali so, sondern leider in einem großen Teil Afrikas. Bei uns heißt es immer, dass Afrika unabhängig werden muss, Industie aufbauen muss, selbstständig werden soll. Aber wir lassen Afrika nicht selbstständig werden. Wir laden unseren Müll und unsere alten Sachen hier ab, es wird zu unglaublich billigen Preisen verkauft, sodass die einheimische Industrie absolut keine Chance hat, sich zu entwickeln. Keine Industrie heißt auch keine Arbeitsplätze und kein Geld. Wie soll so aus einem Entwicklungsland ein Industrieland werden? Das ist das Geschäft mit dem Müll. Die politische Kolonisation ist vielleicht vorbei, aber die wirtschaftliche ist noch in vollem Gange. Natürlich haben die billigen Preise hier die Vorteile, dass die armen Leute sich auch was leisten können und es mag kurzfristig die Situation sicher leichter machen, aber langfristig ist es eine absolute Katastrophe und es muss sich was ändern! Ich will jetzt nicht sagen, dass niemand mehr Klamotten spenden soll, aber es sollte umsichtiger getan werden. Lieber Kleidung in Kriesengebiete spenden und vorallem komerzielle Sammlungen vermeiden! Wir müssen Afrika auch eine Chance geben sich zu entwickeln, weil wenn wir Afrika weiterhin abhängig halten, wird die Armut niemals aufhören. Auch wir sind Schuld daran.

27.2.15 19:41

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